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Drei Phosphatgruppen an einem Nukleosid

Adenosintriphosphat besteht aus einem Zuckerbaustein, einer Base und einer Kette aus drei Phosphateinheiten. Der letzte Teil dieser Beschreibung ist der Grund, weshalb ein Mengenelement mit der Ordnungszahl 15 in nahezu jeder biochemischen Gleichung des menschlichen Stoffwechsels auftaucht.

Elementarer Phosphor kommt im Körper nicht vor. Was über die Nahrung aufgenommen und in Zellen weiterverarbeitet wird, ist stets ein Phosphation: ein Phosphoratom, umgeben von vier Sauerstoffatomen, mit einer negativen Ladung, die je nach Säuregrad der Umgebung zwischen einer und drei Einheiten liegt. Chemisch handelt es sich um das Anion der Orthophosphorsäure.

Dieses Anion lässt sich an andere Moleküle anhängen und wieder ablösen, ohne dass das Trägermolekül dabei zerlegt wird. Genau diese Eigenschaft macht Phosphat zum meistgenutzten Anhängsel der Zellbiochemie — und sie erklärt, warum die Europäische Union für dieses Element eine Formulierung freigegeben hat, die sich auf den Energiestoffwechsel bezieht.

Die folgenden Abschnitte ordnen zunächst die Chemie ein, stellen anschließend die Kennzahlen des Elements zusammen und geben am Ende den zugelassenen Wortlaut so wieder, wie er im Anhang der Verordnung steht.

Anorthitpfad · Redaktion für Mineralstoffchemie

Zwischen Adenosin und Kreatin sitzt Phosphat

Eine Aufstellung zu Phosphatsäureestern, Anhydridbindungen und Bezugswerten der Nährwertkennzeichnung. Zitiert wird ausschließlich der Anhang der Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

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Der Reaktionsweg, ausgeschrieben bis zur ATP-Synthase

Die ausführliche Fassung verfolgt das Phosphation vom Verdauungstrakt bis zur letzten Übertragungsreaktion an der inneren Mitochondrienmembran — mit Strukturformeln, einem Tabellenteil zu Analysenwerten und einem Verzeichnis der herangezogenen Fundstellen.

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Das Element links, die Kennzahlen rechts

Die linke Spalte beschreibt, in welcher chemischen Gestalt Phosphor im Organismus auftritt. Die rechte Spalte hält die Zahlen fest, die in Nachschlagewerken und auf Verpackungen zu diesem Element auftauchen.

P

Phosphor, chemisch eingeordnet

Als freies Element ist Phosphor reaktionsfreudig und im Körper nicht anzutreffen. Physiologisch relevant ist ausschließlich die oxidierte Form: das tetraedrisch gebaute Phosphation, in dem das Phosphoratom vier Sauerstoffnachbarn trägt.

An organische Moleküle gebunden entstehen daraus Ester — Zuckerphosphate, Nukleotide, phosphorylierte Eiweiße. Reiht sich Phosphat an Phosphat, entsteht eine Anhydridbindung, wie sie in Adenosindiphosphat und Adenosintriphosphat vorliegt.

Zu diesem Element führt das europäische Verzeichnis eine Formulierung, die den Stoffwechsel als Bezugsgröße nennt. Sie steht hier unverändert:

„Phosphor trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Sieben Einträge aus dem Datenblatt

Ordnungszahl15
Stellung im Periodensystemdritte Periode, fünfzehnte Gruppe
Form im KörperwasserHydrogenphosphat und Dihydrogenphosphat
Bestand beim Erwachsenenrund 600 bis 700 g
Anteil im Hartgewebeetwa 85 Prozent des Bestands
Nährstoffbezugswert700 mg pro Tag
Grundlage des BezugswertsAnhang XIII, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011

Die letzte Zeile nennt eine Kennzeichnungsgröße. Sie erlaubt den Vergleich zweier Erzeugnisse und bemisst keine Tagesportion für eine bestimmte Person. Bestandsangaben sind gerundete Mittelwerte aus anatomischer Standardliteratur.


Anhydridbindungen und was bei ihrer Spaltung frei wird

Wenn zwei Phosphatgruppen direkt aneinanderhängen, teilen sie sich ein Sauerstoffatom. Diese Verknüpfung heißt Phosphorsäureanhydrid. Sie steht unter Spannung, weil die benachbarten negativen Ladungen einander abstoßen und die Bindungselektronen sich nicht gleichmäßig verteilen können.

Wird eine solche Bindung durch Wasser gespalten, gehen die Bruchstücke in einen energetisch günstigeren Zustand über. Die Differenz zwischen Ausgangs- und Endzustand ist der Betrag, den Lehrbücher als freie Standardenthalpie der Hydrolyse angeben; für Adenosintriphosphat liegt er unter Zellbedingungen bei etwa 50 Kilojoule je Mol. Diese Zahl beschreibt eine thermodynamische Größe, keine Wahrnehmung und keinen körperlichen Zustand.

Der Begriff Energiestoffwechsel fasst in der Fachsprache die Gesamtheit jener Reaktionswege zusammen, in denen solche Überträge stattfinden: Glykolyse, Citratzyklus, Atmungskette und die daran gekoppelten Auf- und Abbauwege. Phosphat ist in allen diesen Wegen als Reaktionspartner vertreten.

ATP, ADP und AMP unterscheiden sich um je eine Gruppe

Adenosinmonophosphat trägt eine Phosphateinheit, Adenosindiphosphat zwei, Adenosintriphosphat drei. Zwischen der ersten und der zweiten Gruppe sowie zwischen der zweiten und der dritten liegen die genannten Anhydridbindungen; die Bindung zwischen Zucker und erster Gruppe ist dagegen ein gewöhnlicher Ester.

Der Körper hält von diesen Verbindungen zu jedem Zeitpunkt nur wenige Dutzend Gramm vor. Der Umsatz liegt um ein Vielfaches höher, weil dieselben Moleküle fortlaufend gespalten und wieder zusammengesetzt werden. Ein Molekül durchläuft diesen Wechsel im Verlauf eines Tages viele tausend Mal.

Substratkettenphosphorylierung und der Weg über die ATP-Synthase

Für den Wiederaufbau stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Im ersten wird eine bereits gebundene Phosphatgruppe direkt von einem Zwischenprodukt des Abbauwegs auf Adenosindiphosphat übertragen — so geschieht es zweimal in der Glykolyse und einmal im Citratzyklus. Es braucht dafür kein Membransystem, nur ein passendes Enzym.

Im zweiten Verfahren wird zunächst ein Protonengefälle über der inneren Mitochondrienmembran aufgebaut. Strömen die Protonen durch den Kanalteil der ATP-Synthase zurück, dreht sich deren beweglicher Abschnitt, und das Enzym verknüpft anorganisches Phosphat mit Adenosindiphosphat. Der weit überwiegende Teil der täglichen Neubildung läuft auf diesem Weg.

Auf diese Zusammenhänge bezieht sich der eine Eintrag, den die Europäische Kommission für Phosphor in diesem Zusammenhang freigegeben hat: „Phosphor trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Der Satz ist an dieses eine Element gebunden und beschreibt einen Beitrag zu einem Vorgang, der bei ausreichender Versorgung ohnehin abläuft.

Anorganisches Phosphat als Gegenstück jeder Abspaltung

Bei jeder Spaltung einer Anhydridbindung entsteht neben dem verkürzten Nukleotid ein freies Phosphation. Fachlich wird es als anorganisches Phosphat geführt und mit dem Kürzel Pi notiert. Es bleibt im Zellwasser gelöst und steht für den nächsten Aufbauschritt bereit.

Daraus folgt eine Eigenheit, die in Nachschlagewerken leicht übersehen wird: Das Phosphation wird bei diesen Reaktionen nicht aufgebraucht, sondern zwischen gebundenem und freiem Zustand hin- und hergeschoben. Was der Körper über die Nahrung aufnimmt, gleicht nicht einen Verbrauch aus, sondern die Verluste über Niere und Darm sowie den Einbau in Hartgewebe und in neu gebildete Zellbestandteile.


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